Mostfest 2013 - eine Nachbetrachtung

Und dann kam doch noch alles anders....

Der Morgen begann doch richtig gut. Es war zwar Hochnebel in Steinigtwolmsdorf, aber das versprach ja in der Regel Sonne. Die ließ auch nicht lange auf sich warten.

Kurz nach Mittag machte ich mich gutgelaunt auf den Weg zu Lindners Brennerei.

Kaffee, Kuchen, Weißwurst und Kesselheiße an den Mann oder die Frau bringen hieß mein diesjähriger Part beim 14. Mostfest. Und so ganz nebenbei noch ein paar Schnappschüsse fürs Album einfangen.

Als ich auf dem Hof eintraf, war schon reges Gewusel und die Letzten der langen Reihe an Vorbereitungen liefen.  Der Kessel mit dem Glühmost dampfte, das Team vom Oberlausitzer Räucherkäse aus Cunewalde rückte noch einmal seine Käsekullern und anderen leckeren Spezialitäten zurecht und Bäcker Knobloch aus Oberförstchen lieferte Brote und Kuchen an. „Die Lausitz schmeckt“ – eine Initiative des Oberlausitzer Räucherkäse-Teams, der auch Schusterliebs Brennerei angehört – unter diesem Motto gab es all die Köstlichkeiten.

Mittlerweile war auch der Brennkessel angeheizt, Lindners samt fleißigen Helfern komplett im neuen, sachsenfarbenen Look eingekleidet und dann kamen auch schon die ersten Gäste.

Der Gummibärchenbaum glänzte im strahlenden Sonnenschein in seiner schönsten Pracht, Fred und Erwin befüllten die Mostpresse mit rotbackigen Äpfeln, Mario Kott dirigierte geschickt und mit viel Feingefühl die Kettensäge durch das Holz fürs nächste Kunstwerkund Jörg Schmieder vom Schwedenservice24 entzündete zur Vorführung in einem Grillkorb eine komplett aus Naturmaterialien bestehende Schwedenfackel. Aber was war das denn? Was auf den ersten Blick nach einer Batterie Munition aussah, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als Elchschnaps, einer Spezialität aus Rohrzucker, Wermut, Anis, Lackritz und vielen anderen Gewürzen, die natürlich nicht alle verraten werden. Geschicklichkeit konnten Groß und Klein gleich nebenan bei den Bogenschützen unter Beweis stellen.

So zog der Nachmittag unter regem Treiben ins Land und dann am Himmel die dunklen Wolken auf. Hmmm, das war so nicht geplant! Es dauerte auch nicht lang und der Himmel öffnete seine Schleusen. Schade! Doch trotz aller Wetterunbilden füllte sich die Brennerei so wie jedes Jahr mit altbekannten Gesichtern und neuen Interessierten.

Am frühen Abend – es war bereits dunkel – überraschte uns leider noch ein anderer Zwischenfall.  Durch einen technischen Defekt fiel der Strom aus. Doch der schnelle Eingreiftrupp vom Team Florus und Flori Lange war blitzschnell zur Stelle. Eine halbe Stunde Verwirrtheit und Ausharren bei Kerzenschein und das Fest konnte weitergehen. Nur leider konnten wir die Brennanlage an diesem Abend nicht mehr weiter betreiben. Auf dem Trockenen sitzen musste derweil aber keiner. Schließlich hatten wir draußen in der Kuchenbar ebenfalls eine Bierzapfanlage. Auch die Käseknacker und -bratwurst von den Lausitzer Kullerkäseherstellern erfreuten sich großer Nachfrage.

Der Regengott hatte aber nicht mit den ganz Hartgesottenen gerechnet. Draußen unterm Pavillon am Glühmostkessel hatte es sich eine Truppe junger Leute gemütlich gemacht und auch das heiße Badefass war bis auf den letzten Platz gefüllt. Und nicht zuletzt die Jungs von der Band „Kontiki“ heizten ordentlich ein. „Die Stimme von Asti ist der reine Wahnsinn“ hörte ich beim Kuchenverteilen zu später Stunde noch einen Besucher sagen.

Liebe Ramona und lieber Steffen! Auch wenn wir 2013 schreiben und wir froh waren, dem 13. im letzten Jahr glücklich „entkommen“ zu sein, so ist auch dieses Mostfest – so wie all die anderen davor – gelungen!!

Eure Kerstin

„Pressereporterin inkognito“